Suunto 9 im Freizeitalpin-Test

12. November 2018

Suunto schickt mit der Suunto 9 ein neues Flaggschiff ins Rennen um die beste Multisportuhr. Dabei halten sich die Finnen an die gewohnt moderne, schlicht wirkende Optik und setzen vielmehr auf innere Werte, Ausdauer, Funktion und Konnektivität. Wie sich der Alleskönner schlägt, habe ich intensiv über viele Wochen hinweg getestet.

Ihr kennt das sicher, da hat man so ein Wunderding fürs Handgelenk und wenn es draußen nach einer trüben Woche endlich aufklart und man die Sportklamotten überstreift, hat der Hightech-Wecker keinen Saft. So ging es mir jedenfalls nicht nur einmal. Gefühlt geht es mir ständig so! Aber gut, ich bin kein Supersportler, der täglich trainiert und ich habe auch keinen Trainingsplan. Dann läuft eben das Handy mit, damit wenigstens die Tour anhand der GPS Daten aufgezeichnet wird.

Aber ihr seht schon, mein Anspruch ist zu wissen, wann ich wo bin und das alles, in einem für mich gesunden Pulsbereich. Die Ergebnisse sollen unkompliziert anzusehen sein und Tourendaten leicht zu archivieren. Das alles macht die Suunto 9 freilich hervorragend. Aber nichts anderes habe ich erwartet. Der Funktionsumfang als echter Trainingscomputer ist ja voll und ganz gegeben. Doch viel entscheidender ist doch, wie unkompliziert geht das alles vonstatten!

Aufladen

Easy. Magnetstecker zur Rückseite bewegen und das Ding zieht sich schon in Richtung Anschlüsse. Es kommt selten vor, dass er nicht gleich auf Anhieb 100% sitzt. Aber das sieht man sofort.Ich muss gestehen, ich hab die Aufladezeit nie gemessen. Sie kam mir jedenfalls nicht sehr lange vor. Brausen, Essen, Emails checken und sie war wieder voll. Ich bekomme jedoch viele Emails :-). Aber kommen wir doch zum interessanten Teil, der Laufzeit.

Akku-Laufzeit

Eine Woche jeden Tag 2 Stunden Radfahren hielt sie ohne Probleme durch. Da war sie schon regelrecht unterfordert. Denn neigte sich die Akkukapazität dem Ende zu, sorgten jede Menge Energiespartricks dafür, dass die Uhr nochmals solange lauft. Somit folgte der ultimative Härtetest, bei dem noch jede Uhr versagte! 3 Woche rumliegen lassen.

Und jetzt kommt es: 86% Akku Restkapazität. Das ist der absolute Rekord. Somit gehen sich die Hochzeit, 2 Tage Kotzen, 3 Flitterwochen und 2 Tage Jetlag aus, ohne dass deinem Handgelenks-Trainingspartner die Füße einschlafen und du kannst sofort mit dem Training beginnen, sobald die Kette wieder länger wird! Die Suunto 9 mein Herz erobert! Ernsthaft. Die erste Uhr die meine Trainingsarrythmie mitmacht und ich mir dabei über die Stromversorgung keine Gedanken machen muss. Sobald ich Zeit habe, kann ich loslegen und hab eine Uhr dabei, die genug Saft hat, um mich fertig zu machen.

Bedienung

Nach dem Wischhandy kommt also die Wischuhr! Drei Knöpfe und jeweils zur Seite Wischen, damit erreicht man jede Funktion in Windeseile. Das Display reagiert sehr gut, lediglich beim Wassersport kommt man schwerer voran, wenn die Uhr und der Finger nass sind. Das Problem mit unbeabsichtigten Betätigen der Knöpfe besteht bei diesem Design immer noch, weshalb man z.B. beim Mountainbiken immer die Tastensperre aktivieren muss. Sonst löst man mit den Handschuhen ständig irgend welche Funktionen unbeabsichtigt aus, oder stoppt sie. Am besten hat das Problem übrigens TomTom in den Griff bekommen, indem sie die Schaltelemente in Richtung Uhrband setzten und so kein Bündchen, weder von Jacke noch von Handschuh etwas auslösen kann.

App/Software

Zum Auslesen des Trainings genügt die Suunto App per Bluetooth. Diese kann man auch bequem mit Strava koppeln. Zusätzlich gibt es noch Suunto Movescount für den Rechner. Hierzu steckt man die Uhr am USB mit dem Ladekabel an. Warum App und Movescount nicht automatisch abgleichen verstehe ich zwar nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Suunto arbeitet fleißig an den Programmen und auch an der Uhr. Updates sind im Testzeitraum einige passiert! Nach wie vor meldet aber mein Huawei P10 eine stromintensive App – die Suunto App. Merkliche Auswirkungen auf die Laufzeit des Smartphones habe ich jedoch nicht bemerkt. Auch im Akkuverlauf ist die Suunto App unauffällig.

Smartwatch-Funktion

Mit der App kommt das Smartphone wenn man unbedingt meint, auf die Uhr. Ich halte das aber bei einer Sportuhr für entbehrlich, weswegen ich diese Funktion gleich mit dem W-Lan meines neuen Backrohres deaktiviert habe :-). Beim Sport möchte ich den Kopf frei machen! Und sonst ist das Smartphone bei der Hand. Wer die Uhr jedoch auch im Alltag nutzt, dem werden diese Features vielleicht gefallen.

Display

Super ablesbar, hoch auflösend und rückreflektierend. Damit sieht man selbst in praller Sonne alles klar und deutlich. Kein Vergleich also zu einem Smartphone und den meisten modischen Smartwatches.

Design

Suunto macht die schönsten Sportuhren – meine ich. Die Uhr gibt es in Weiß, Schwarz und in einer exklusiven Titaniomversion. Außerdem kann man sie noch mit verschiedenen Bändern nachrüsten. Leider sind meines Wissens nach alles Silikonbänder, die manche Menschen einfach nicht vertragen. Aber vielleicht gibt es ja auch da bald noch Alternativen, wenn genügend Konsumenten danach fragen!

Freizeitalpin Fazit

Sehr schöne Uhr, immer Einsatzbereit, leicht zu bedienen, was möchte man mehr! Alleine die Laufzeit macht sie schon zum absoluten Superstar! Die Bedienung ist wirklich leicht und die Features lassen kaum Wünsche übrig. Obwohl, ich hätte da einen: Konnektivität zu E-Bike Systemen ;-). Denn damit trainieren (und regenerieren) mittlerweile sogar schon Spitzensportler.


Für den Testzeitraum wurde von Suunto eine Uhr zur Verfügung gestellt.

Fotos: 
  • Freizeitalpin & Suunto