Wirtschaftswunder Tourenskisport – Österreich weiter Marktführer mit einem kräftigen Umsatzplus!

Heute Vormittag präsentierte Karl Posch, Betreiber der Online Plattform SKIMO Austria, gemeinsam mit Gernot Kellermayr (VSSÖ Präsident), Michael Költringer (Marketing Manager Dynafit Österreich) und Maximilian Hofbauer (Geschäftsführer Bergzeit.at Onlinehandel) aktuelle Zahlen und Fakten im Skitourensport.

 

Wirtschaftswunder Tourenskisport – ein nicht aufzuhaltender Boom?

Tourenskigehen, Skibergsteigen oder Skitouren gehen – all diese Bezeichnungen stehen für ein und dieselbe Sportart: Ski anschnallen und auf Fellen verschneite Hänge oder Pisten hinaufgehen. Kaum eine andere Sportart in Österreich hatte in den letzten Jahren einen derartig positiven Aufwärtstrend und etablierte sich zu einem so beliebten Breitensport. Der schrullige Außenseiter in Knickerbocker wurde von den deutlich jüngeren Multisportlern abgelöst. Mountainbiken, Berglauf, Wandern und Klettern im Sommer, wird im Winter durch das Fitnesstraining auf den Skiern ergänzt – und das ist ein durchaus bedeutender Wirtschaftsbereich.

 

Deutliches Umsatzwachstum – Österreich weiterhin Marktführer

Trotz mehreren schneearmen Saisonen in Folge, gingen die Verkaufszahlen in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben. Besonders erfreulich ist, dass die Skination Österreich seit Jahren auch beim Skibergsteigen weltweit die Nase vorne hat: Österreich hält mit etwa 21% den größten Marktanteil am weltweiten Skibergsteiger-Markt, gefolgt von USA und Kanada mit jeweils 16% sowie Schweiz, Frankreich und Italien mit je 12%. In der Saison 2016/17 wurden in Österreich 53.000 Paar Tourenski (+6%), 75.000 Paar Felle (+7%), 45.000 Tourenbindungen (+8%) und 42.000 Paar Tourenskischuhe (+5%) verkauft.

sdr

Skibergsteigen hat sich über die letzten Jahre auf Platz 2 bei den Winter-Verkaufszahlen positioniert und ist für den Handel zu einem nicht mehr wegzudenkenden, wichtigen Geschäftszweig geworden. Betrachtet man die Umsatzzahlen, so beläuft sich der Industrieumsatz bei Skitourenski in Österreich 2016/17 auf 190 Millionen Euro, der gesamte Wintersport Industrieumsatz auf 1,1 Milliarden Euro. Zählt man Industrie und den Tourismus in Österreich zusammen, ergibt dies einen geschätzten Umsatz zwischen 7 und 11 Milliarden für die Wintersaison 2016/17.

Im Vergleich zu weiteren Wintersportarten wie etwa Alpinski, Langlauf und Snowboard ist Skibergsteigen nach wie vor auf dem Erfolgskurs. In Österreich wurden letzte Saison 325.000 Paar Ski (-12%) verkauft. Snowboard hingegen hat sich bei knapp 22.000 verkauften Stück in den letzten Jahren eingependelt. Auch im Bereich Langlauf gibt es kaum Veränderungen zu den vergangenen Jahren (39.000 verkaufte Stück). Gernot Kellermayr, Präsident des Verbandes der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster Österreichs (VSSÖ), ist mit der Entwicklung zufrieden:

Für den Handel hat sich Skibergsteigen zu einem sehr attraktiven Segment entwickelt. Der Bedarf an Skibergsteiger-Ausrüstung steigt erfreulicher Weise kontinuierlich an. Klare Gewinner sind Spezialisten und Fachhändler, die mit persönlicher Beratung und Individualisierung bei Angeboten und Produkten punkten können. Sowohl der stationäre Handel, als auch der Onlinehandel verzeichnet ein Umsatzplus von über 15%.

Maximilian Hofbauer, Geschäftsführer von Bergzeit.at, ergänzt:

Wir merken vor allem im Skitourenbereich, dass dem Kunden der persönliche Kontakt besonders wichtig ist. Bei so einer leidenschaftlichen Sportart geht es viel um den Austausch und das Miteinander. Hier können wir im Vergleich zum Discounter punkten.

 

Größtes Umsatzplus zeigt sich bei Bekleidung

Insgesamt ist das Angebot für Skitourengeher so groß und breit wie nie. Dies zeigt sich vor allem bei der Anzahl der Hersteller und der Produktvielfalt – sehr zum Vorteil des Endkonsumenten, für den der Preis und das Angebot besonders attraktiv sind. Das größte Umsatzplus ist eindeutig bei Bekleidung erkennbar. Über die letzten fünf Jahre hat sich ein Wandel von der klassischen Sportbekleidung hin zur sportlichen und funktionellen „Urban Outdoor Bekleidung“ abgezeichnet. Konsumenten tragen ihre Funktionsbekleidung einerseits im Alltag, aber auch für mehrere Sportarten. Vor allem Bekleidung für Skibergsteiger zeichnet sich durch ein hohes Maß an Multifunktionalität aus. Die vielen unterschiedlichen Bekleidungsschichten können perfekt für alternative Sportarten wie Wandern, Mountainbiken oder Laufen ebenso verwendet werden.

Michael Költringer, Marketing Manager Dynafit Österreich, führt das große Umsatzplus in der Bekleidung unter anderem auf den steigenden Frauenanteil zurück:

Wir merken, dass sich das Verhältnis Männer-Frauen im Tourenskisport deutlich verändert hat. Der Anteil hat sich von 70:30 auf fast 50:50 positiv verändert. Dies zeigt sich bei Textilien, wo wir einen großen Wachstumsmarkt sehen. Frauen sind einfach modebewusster.

Aber nicht nur im Textilbereich gibt es eine positive Entwicklung, sondern auch bei Hartware. Der Skitourensport ist eines jener Segmente, welche Innovationen und technische Entwicklungen am meisten vorantreiben. Im Vordergrund stehen leichte Hightech-Produkte, die trotz ihres Gewichts ein hohes Maß an Sicherheit und Stabilität gewehrleisten. Sportartübergreifende Technologietransfers von Skibergsteigen zu Alpinski sind üblich geworden. Beispielsweise wird die „GripWalk Sohle“ – eine Kunststoffsohle mit besonders gutem Grip auf Schnee und Eis – mittlerweile auch für Alpinskischuhe verwendet.

Der steigende Absatz ist vor allem dem stetigen Wachstum der bergaffinen Zielgruppe, mit deutlichem Zuwachs bei Jugendlichen, jüngeren Skitourengehern und Frauen, zuzuschreiben. Der Österreichische Alpenverein und SKIMO Austria schätzen, dass es in Österreich deutlich mehr als 500.000 Breitensportler im Skibergsteigen gibt, mit einem jährlichen Gesamtwachstum von etwa 1%. Davon zählen rund 70.000 Skibergsteiger zu den Fitnessgeher (+17%) und 6.000 zu Wettkampfsportler (+3% p.a.), welche sich bei über 100 durchgeführten Rennen in Österreich messen können.

Fotos: Alexander Lugger und Freizeitalpin