ATOMIC HAWX ULTRA 130 SKISCHUH im Freizeitalpin-Test

24. Jänner 2016

Atomic stellt nach dem erfolgreichen Backland-Tourenskischuh nun auf der ISPO für den Winter 16/17 einen besonders leichten Skischuh, den Hawx Ultra vor. Ich habe ihn in den letzten Wochen ausführlich unter die Lupe genommen und für euch getestet.   Atomic Hawx Ultra im Freizeitalpin-Test Atomic konnte mit den Backland Modellen einiges an Erfahrung im Leichtbau gewinnen und hat […]

Atomic stellt nach dem erfolgreichen Backland-Tourenskischuh nun auf der ISPO für den Winter 16/17 einen besonders leichten Skischuh, den Hawx Ultra vor. Ich habe ihn in den letzten Wochen ausführlich unter die Lupe genommen und für euch getestet.
 

Atomic Hawx Ultra im Freizeitalpin-Test

Atomic konnte mit den Backland Modellen einiges an Erfahrung im Leichtbau gewinnen und hat viel Energie in neues Wissen zum Skischuhbau investiert. Dass diese Erkenntnisse auch Auswirkungen auf die klassischen Skischuhmodelle haben, sieht man am Hawx Ultra, der eine neue Generation im Skischuhsortiment bei Atomic einleitet.
AE5015520_0_HAWX_ULTRA_130Der Atmoic Hawx Ultra unterscheidet sich im wesentlichsten beim Gewicht und der vollkommenen Anpassbarkeit zu seinen Vorgängermodellen in der Top-Klasse mit Flex 130. Rund 25% leichter und damit nur etwa 1.700 g wiegt der neue Hawx Ultra weniger als so mancher Tourenskischuh. Wir reden hier aber von einem top Pistenschuh der Performance pure auf den Ski bringt, wie man es aus dieser Klasse gewohnt ist – solange die Schuhe optimal passten. Und genau da setzt der Hawx Ultra ebenfalls an.
Eigentlich bin ich mit meinem Fuß bei Atomic ein Kandidat der M-Klasse, die etwas breiter ist. Mein Pistenschuh war in den letzten Jahren ein Atomic M110 in Größe 28. Dieser passt perfekt und hatt kaum Spiel, sodass ich mit ihm sehr zufrieden bin. Der Ultra ist jedoch nochmals um ein Stück sportlicher und leider auch schmaler ausgelegt, was aber dank der Memory Fit Technologie keine all zu großen Probleme verursachte.  Denn der Schuh lässt sich von der Schale bis zum Innenschuh vollkommen anpassen. Bei einer Fußlänge von 275 mm, fiel die Wahl also auf einen 27,5 und der wanderte auch gleich in den Ofen. Nur rund 20 Minuten dauerte der komplette Anpassprozess.
Danach holte ich mir bei mir um die Ecke noch zur Vorsicht einen dieser besonders dünnen Skisocken von Zanier. Wenn man in einem Ort lebt, aus dem Weltmeister kommen, dann führen selbst die kleinsten Textilläden die sportlichsten Varianten unter den Skisocken. Das war auch gut so, denn der Schuh passte schon besonders „genau“ und später hatte ich noch ein Problem am rechten Fuß, dass ich mir nochmals extra beheben ließ. Dazu wurde die rechte Schale einfach nochmals erwärmt und der Fuß an entsprechender Stelle abgeklebt und alles wieder angeformt. Danach saß er perfekt und das Blut konnte wieder ungehindert bis in die Zehen. Und nachdem an dieser Stelle auch gleich mal die Frage oft gestellt wird, ob er warm genug ist – ja, danach war er warm. Denn kalte Füße sind meist ein Problem der fehlenden Durchblutung und die kann mehrere Ursachen haben. Falsche Socken, falsch zugemacht, zu eng,  oder eben auch nur eine Druckstelle. Das Temperaturspektrum erschloss sich während der Tests von -11° bis -3° C, gemessen jeweils im Tal – das zeigte nämlich das Thermometer im Auto an. Ein Kälteproblem dürfte er wenn er richtig passt also nicht haben. Jedoch sollte man schon bedenken, dass es ein sportlicher Schuh ist und ich nicht schnell an den Füßen und Beinen friere.
So, was soll ich jetzt zum Fahrverhalten sagen? Ein Skischuh der praktisch die negative Form des eigenen Fußes hat, dabei noch leichter ist als alles andere in diesem Bereich und dennoch richtig sportlich mit Flex 130 abgestimmt, der kann nur super sein. Was die Abfahrtsperformanze angeht, ist das tatsächlich so. Mit dem Hawx Ultra hat man ein sehr direktes und präzises Gefühl mit der Kraftübertragung. Die Einstellmöglichkeiten sind ebenfalls Klassentypisch sodass er sehr schnell meine Vorlieben erfüllt hat.
Der Einstieg gestaltet sich auch nicht wirklich schwieriger, als mit anderen gleich harten Modellen. Nur beim Ausziehen muss man darauf achten, dass man nicht zu sehr an der Zunge anzieht und sie praktisch aus der Schale zieht, denn die drückt dann sehr schmerzhaft direkt auf den Fuß. Ist mir leider einmal passiert, aber kein zweites mal. Schnallen und Velcroband sind auch sauber ausgeführt, erstere sehen im Vergleich zum M110 noch wesentlich leichter aus, aber nicht weniger stabil.
Dann zeige ich euch mal einige Bilder vom Hawx Ultra und im Vergleich den M110. Die unterschiedlichen Materialstärken lassen sich schnell erahnen. Der Hawx hat nur noch da richtig viel Plastik, wo es für die Stabilität auch notwendig ist:
 


 
Fazit: Am Ende kann ich sagen, der Schuh macht Spaß und ist für sehr sportliche Fahrer mit nicht zu breiten Füßen eine gute Wahl. Die exakte Anformung an den eigenen Fuß ist auch ein Hit und lässt eine wirklich kompromisslose Passform zu, die am Ende die beste Leistung ermöglicht. Man darf für den Hawx Ultra also gerne das Sparschwein schlachten. Bei knapp unter 600 Euro könnte dieses aber leicht unruhig werden.