Outdoor-Navigation Spezial: Teil 1 – Papierkarten, Tourenportale und GPS-Gerätetypen

7. August 2013

GPS, Tourenportale, Bücher oder Topografisches Kartenmaterial?

Wer gerne Wandert, Rad fährt oder in die Berge geht steht immer vor dem selben Verlangen – wo bekomme ich die nächste schöne Tour her!

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es im Prinzip nur den Weg über Freunde, Bücher oder Alpine Vereine. Doch seit gut 10 Jahren sprießen im Internet die verschiedensten Tourenportale und im Laufe der Zeit, hat sich eine schier gigantische Informationsmenge angesammelt. Diese Tourenportale werden sehr oft von der Community selbst gepflegt, indem User ihre Tourenerlebnisse dokumentieren, den GPS-Track aufzeichnen, Fotos schießen und anschließend auf einem Tourenportal hoch laden. Die Qualität dieser Informationen ist meist sehr unterschiedlich und entsprechend immer zu hinterfragen. Die Nutzung dieser Informationen ist mit GPS-Geräten verschiedenster Art bis hin zum Smartphone denkbar einfach geworden, aber auch andere Quellen lassen sich oft sehr gut verwenden. In unserem mehrteiligen „Outdoor-Navigation Spezial“ werden wir uns das alles genauer ansehen!

 

Wo finde ich mich zurecht?

 

Führerliteratur

Das gute alte Buch hat zwar kräftig Konkurrenz bekommen, doch das schadet in den meisten Fällen eher wenig. Denn der Ansporn ist groß sich von der doch meist sehr wenig konsistenten Tourenbeschreibung auf den Portalen abzuheben. So hat man zumindest innerhalb eines Buches die Gewissheit, dass die Beurteilungen der Touren nach den gleichen Gesichtspunkten statt finden, was meiner Meinung nach die größte Stärke von guter Führerliteratur ist. Die darin enthaltenen Topos sind jedoch nur zur groben Orientierung Zuhause geeignet. Denn wer schleppt schon gerne ein ganzes Buch mit? Aber auch dazu haben sich die Verlage verschiedenstes einfallen lassen. So findet man z.B. Führer die in einer Ringmappe untergebracht sind, und für die ausgewählte Tour eine passende Schutzhülle enthalten ist. Damit hat man die gesamte Tourenbeschreibung im Rucksack dabei und spart enorm Gewicht. Andere Verlage liefern mit dem Buch auch gleich eine DVD mit, die neben der Tourenbeschreibung auch noch Videomaterial zur Tour enthält.  Bei ganz neuen Büchern ist auch schon oft ein Download-Link für den GPS-Track enthalten.

Online-Tourenportale

Tourenportale sind wohl die jüngsten Vertreter der Informationsquellen für alle Outdoorsportler. Hat man ein gutes gefunden, findet man sich rasch zurecht und bekommt alles, was das Herz begehrt: Ordentliche Beschreibung, Hintergrundinformationen zur Gegend/Tour, Fotos, Höhenprofile, GPS-Tracks und eine Community die sich zeitnah zu dieser Tour austauscht. Das klingt nun, als hätten wir schon einen Sieger gefunden!
Ganz so ist es natürlich nicht, davon abgesehen, dass wir hier kein Wettrennen machen, sondern die unterschiedlichsten Quellen fair betrachten möchten. Und so muss man Tourenportale von etwas weiter weg betrachten. Denn woher kommen die Informationen auf diesen Protalen? Da gibt es die unterschiedlichsten Quellen. Einmal sind es Tourismusverbände und Gemeinden, die natürlich auch ein kommerzielles Interesse haben und so die Touren möglichst schmackhaft aufbereiten. Dann sind es einfach Leute, die gerne ihre Tourenerlebnisse mit anderen teilen und auf entsprechende Plattformen hoch laden. Aber auch Katographie-Dienstleister betreiben oft solche Plattformen und lassen ihre Arbeiten in die Plattformen einfließen. Meist ist es aber eine Mischung aus allem und genau da ist der Knackpunkt. Viele Köche …. viele Geschmäcker. Man muss also schon genauer hinsehen und entsprechend die ausgewählten Informationen beurteilen und gegebenen Falls weitere Informationen einholen.

 

Handy-App

Manche Handy-Apps vereinen die Funktionen eines Tourenportals mit einem GPS-Handheld. So hat man mit dem Smartphone nicht nur den Zugang zu den Informationen, sondern auch gleich das Device zum Navigieren. Doch auch hier muss man einiges beachten! Denn unsere Smartphones sind zwar einerseits Wunderwerke der Technik, doch meist geht ihnen gerne all zu leicht der Saft aus. Doch auch dafür gibt es Lösungen!

 

Die Tools zum Orientieren

 

Die Papierkarte

Echte Bergsteiger schwören auf Papierkarten. Denn nur sie bieten einen optimalen Überblick um sich zuverlässig zu orientieren und Routen zu beurteilen. Der Meinung sind auch wir, jedoch sagt mir eine Karte noch lange nicht, welcher Weg der schönste ist 😉
Fakt ist jedoch, dass eine genaue topografische Karte in den Alpen pflicht ist, besonders dann, wenn man auch im Winter ohne Wegmarkierung sicher den Berg rauf und wieder runter möchte. Die Information zur schönen Tour hole ich mir aber wo anders.

GPS-Geräte

Ihr Einsatzbereich ist genau so vielfältig wie ihr Aussehen. Darum sind die meisten Geräte auf ein paar Einsatzzwecke spezialisiert, können aber meist so viel, dass sie auch mit etwas Einschränkungen für vieles mehr geeignet sind. So kann man mit manchen GPS-Trainingsuhren auch relativ gut navigieren, mit den meisten Outdoornavis den Bikecomputer ersetzen und mit den Bike-GPS-Computern auch beim Bergsteigen navigieren. Man muss sich also nur entscheiden, was man am liebsten macht. Die Tracks holt man sich heute aber für alle Geräte von oben genannten quellen. Die Dateiformate liegen meist als GPX, KML vor, aber dazu mehr in den nächsten Beiträgen unseres Outdoor-Navigation Spezials

 

Smartphones

Smartphones sind meist mit einem GPS-Empfänger ausgestattet, wodurch auch sie zum Navigieren geeignet sind. Doch damit sie das auch komfortabel machen, benötigt man die geeignete APP. Je nach Beschaffenheit ermöglicht diese dann Offline-Navigation, detailliertes topografisches Kartenmaterial, bis hin zur Tourensuche. Es schadet auch nicht wenn das Smartphone von der robusteren Seite ist und einen guten GPS-Chip enthält. Auch die Akkukapazität und der Stromverbrauch sind entscheidende Faktoren, ob es mit dem Handy Spaß macht oder nicht.
… Fortsetzung folgt!