Mehr als eine Million Menschen haben bereits die Petition unterzeichnet, die Markenunternehmen auffordert das verbindliche bangladeschische Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen zu unterzeichnen.

„Konsumentinnen und Konsumenten weltweit haben eine klare Nachricht an Markenfirmen wie KiK Mango, Primark, GAP, C&A und Benetton, die ihre Kleidung in Bangladesch fertigen lassen, geschickt“,

so Michaela Königshofer Leiterin der Clean Clothes Kampagne in Österreich.

„Wir fordern unverzügliche und konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheitsstandards, um eine weitere Tragödie wie die von Rana Plaza zu verhindern.“

Die Unterschriften wurden von einer weltweiten Allianz von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen gesammelt. Sie alle fordern transnationale Marken- und Handelsfirmen auf, das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen bis zum 15. Mai 2013 zu unterzeichnen.

Das Abkommen sieht unabhängige Gebäudeinspektionen, Trainings für die ArbeiterInnen, Offenlegung von Überprüfungsergebnissen und Renovierungsmaßnahmen bei Baumängel vor. Gewerkschaften sollen das Recht erhalten die ArbeiterInnen der Fabriken über ihre Rechte zu informieren, auch über das Recht bei unsicheren Bedingungen die Arbeit zu verweigern. Das Abkommen ist transparent und praxisorientiert und wird von den entscheidenden Interessengruppen in Bangladesch unterstützt.

Über 1.000 Menschen sind nach heutigen Angaben bei der Katastrophe von Rana Plaza ums Leben gekommen. Das jüngste Feuer einer Textilfabrik in Bangladesch am vergangenen Mittwoch, 8. Mai, zeigt erneut die Dringlichkeit des Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommens.

Seit 2005 starben mehr als 1.700 ArbeiterInnen in der Bekleidungsindustrie Bangladeschs infolge unsicherer Gebäude. Die jüngste Tragödie zeigt erneut, dass die Kontrollen der Zulieferbetriebe durch die Markenunternehmen nicht ausreichen. Zwei der Fabriken im Rana Plaza-Gebäude wurden beispielsweise von der Business Social Compliance Initiative (BSCI) überprüft. Keine dieser Überprüfungen hat jedoch die gefährliche und illegale Gebäudekonstruktion festgestellt.

Michaela Königshofer von der Clean Clothes Kampagne:

“Markenfirmen können diesen massive öffentlichen Druck nicht ignorieren. Sie müssen das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen vor dem 15. Mai unterschreiben. Seit zu vielen Jahren drängen wir sie nun schon, verbindliche und unabhängige Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Es ist höchste Zeit, das Töten zu beenden. Dieses Abkommen kann das Leben von tausenden Arbeiterinnen und Arbeitern retten.”

Jyrki Raina, Generalsekretär von IndustriALL Global Union betont:

“Das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen ist das einzig glaubwürdige Programm, das Markenfirmen unterzeichnen können. Durch die im Abkommen vorgesehenen Maßnahmen kann die Sicherheit in Bangladeschs Textilfabriken erhöht werden.”

Philip Jennings, Generalsekretär von UNI Global Union:

„Das Abkommen ist auch ein Ruf nach Gerechtigkeit, der nicht ignoriert werden kann. Die internationalen Unternehmen müssen ihr Verhalten ändern.“

Die globale Kampagne für mehr Sicherheit in bangladeschischen Textilfabriken wird unterstützt von der Clean Clothes Kampagne (CCK), IndustriALL Global Union, UNI Global Union, International Labor Rights Forum (ILRF), United Students Against Sweatshops (USAS), Maquila Solidarity Network (MSN), War on Want, People and Planet, SumOfUs.org, Change.org, Credo Action, Avaaz und Causes.

Weitere Hintergrundinformationen finden Sie unter:

Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen

Petition für mehr Sicherheit in Bangladesch „Stopped das Töten“