„Jennstier“: Vertical-Modus – 600 Höhenmeter in 25 Minuten mit Tourenskiern!

Das traditionelle Skitourenrennen um den Jennerstier, das 2013 als reines Aufstiegsrennen stattfand, war dieses Jahr fest in den Händen von Skibergsteigern aus Ramsau bei Berchtesgaden.

Der erst 19jährige Toni Palzer bewältigte die 600 Höhenmeter von der Jenner-Mittelstation zur Bergstation über den kleinen Spinnergraben in sagenhaften 25:41,30 Minuten. Nach erst kurzfristig überstandener Krankheit lief der noch im Juniorenbereich startende Ramsauer seinem Nationalmannschaftskollegen Sepp Rottmoser fast zwei Minuten davon. Als Trost darf sich der drei Jahre ältere Rosenheimer über den offiziellen deutschen Meistertitel im Vertical Race (Aufstiegsrennen) freuen, der traditionell in der Herrenklasse vergeben wird. Jubeln durfte auch Judith Graßl. Die mittlerweile 44-jährige Grande Dame des deutschen Skitourensports konnte ihrer umfangreichen Titelsammlung als schnellste Dame einen weiteren Meistertitel hinzufügen.

Im Gegensatz zum letzten Jahr herrschten dieses Jahr Sonnenschein und beste Bedingungen am Jenner, wo die Alpenvereinssektion Berchtesgaden mit Unterstützung der Jennerbahn alle Voraussetzungen für einen gelungenen Wettkampf geschaffen hatte.

Die zahlreichen Helfer der Sektion freuten sich über das Lob von Mathias Keller, beim Deutschen Alpenverein zuständig für den Spitzenbergsport:

„Die Sektion Berchtesgaden hat hier hervorragende Arbeit geleistet, und einmal mehr gezeigt, dass der Jennerstier zu den bedeutensten Skitourenrennen in Deutschland zählt.“

Der Start für die 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgte direkt neben der Jennerbahn-Mittelstation, das Ziel war die Terrasse der Jennerbahn-Bergstation. Die Strecke führte über das freie Gelände neben dem Pistenbereich des Jenners. Ein Teil der Wettkämpfer selbst hatte sich bei dem diesjährigen Aufstiegsrennen für eine verkürzte Strecke ausgesprochen. Sie beinhaltete jedoch die Kernstrecke des traditionellen Jennerstiers, den steilen Spinnergraben, der in zahlreichen Kehren überwunden werden musste. Zuletzt wartete unterhalb der Bergstation noch eine Tragpassage über 50 Höhenmeter, die den Teilnehmern noch einmal alles abverlangte. Mit auf den Rucksack geschnallten Skiern musste über ein Steilstück zum Ziel aufgestiegen werden. Angefeuert von zahlreichen Zuschauern, die das Renngeschehen vom Jennergrat hautnah erleben konnten, gaben die Teilnehmer noch einmal alles. Es kam bei einigen zu Endspurts um die Plätze, so mancher wurde auf die letzten Meter noch überholt.

Mit diesem Problem hatte der Sieger Toni Palzer nicht zu kämpfen. Der junge Ramsauer, der eine Woche zuvor noch die „Mountain Attack“ in Saalbach wegen Krankheit abbrechen musste, zeigte sich topfit und konnte seine Verfolger, die im unteren Teil noch mithalten konnten im Spinnergraben deutlich distanzieren. Er hielt bis zum Ende das Tempo enorm hoch, so dass er die 600 Höhenmeter in unter 26 Minuten bewältigen konnte. Knapp zwei Minuten hinter Palzer kam Sepp Rottmoser aus Rosenheim (27:29,52 Minuten) ins Ziel, Dritter wurde Konrad Lex aus Peiting (27:41,00).

Bei den Damen nutzte Judith Graßl die Gunst der Stunde, nachdem die Seriensiegerin Barbara Stockklauser (früher Gruber) dieses Jahr nicht antrat. Obwohl reine Aufstiegsrennen eigentlich nicht Graßls Stärke sind, konnte sie  starke, zumeist deutlich jüngere, Skibergsteigerinnen hinter sich lassen. In 37:57,80 Minuten legte sie die 600 Höhenmeter bis zur Bergstation zurück. Einen hervorragenden 2. Platz sicherte sich hinter Judith Graßl die Schönauerin Christine Stöger (38:42,59), die erst auf der Tragepassage die starke  Garmischerin Manuela Hartl (38:44,06) überholen konnte. Gerne wartete das Publikum im Ziel noch auf den „Ostwandkönig“ Heinz Zembsch. Der wurde zwar „nur“ Vorletzter. Doch mit bald 70 in 1:05:05,56 Stunde von der Mittelstation zur Bergstation aufzusteigen, ist auch für einen wesentlich Jüngeren eine starke Leistung.

 

 

Die Ergebnislisten können unter www.jennerstier.de eingesehen werden.

 

Fotos: Marco Kost