Markus Eder knackt „BalkOnprojekt“ 9a+!

Die meisten lässigen Linien schon geklettert, alle übrigen Projekte immer nass, irgendeine Ausrede findet sich immer: Stopp – ein Stückchen Fels gibt es doch noch das gemacht gehört: Klem Loskot´s „BalkOnprojekt“! Hier der Bericht von Markus Eder:

„Vor drei Jahren mal reingehängt, die Vision dieses Stückchen Fels zu bezwingen war jedoch noch sehr weit weg. Wenn´s bisher nicht mal der General gemacht hat, wird‘s wohl etwas schwerer sein…

Nach dem DWS-Malle-Trip im Jahr 2005 ist der Kontakt zu Klem abgerissen, wohl auch bedingt durch seine Kletterpause und meinem Studium in Graz. Doch eines Tages läutete das Telefon und die Funkstille war beendet. Die News der letzten Jahre wurden ausgetauscht und der erste gemeinsame Klettertag nach Klem’s Pause ausgemacht. Wo ging’s hin? Natürlich zum Balkonprojekt! Klem’s Lösung für den Start war mehr oder weniger perfekt wenn auch extrem pressig. Für den Schlüsselzug kombinierten wir unsere Pläne. Noch ein paar Tage anwerken und Klem zeigte vor wie es gemacht gehört – 18 Jahre Projekt und nun gepunktet, da kommt Freude auf! Das Bier danach beim Wirten versteht sich von selbst.

Genau eine Woche bzw. 2 Klettertage später saß ich wieder beim selben Wirten. Auch mir war es gelungen Klem’s „Balkanprojekt“ zu knacken.

Ab dem dritten Tag in der Route konnte ich alle Einzelzüge machen. Seit dem wusste ich, dass ich die Route klettern kann und sie ließ mich einfach nicht mehr los. Der Alltag wird dann dem Ziel, die Route zu kraxeln, untergeordnet, also sportlich zurückstecken und nun an den Klettertagen Vollgas geben. Mehr als vier Versuche pro Tag waren nicht drinnen weil dann die Haut zu weh tut und Körperspannung und Fingerschmalz zu wenig waren. Der Grad der Route kam mir immer unbedeutend vor. Ich wusste zwar, dass es mit Sicherheit meine schwerste Route ist aber ich wollte einfach dieses eine stück Fels beklettern, egal wie viel Tage ich dafür brauche. Konkurrenzdenken am Fels gab es nicht, jeder kleine Fortschritt wie z.B. wo nehme ich den Griff und wie positioniere ich den Körper, wurde geteilt.

Am Tag des Durchstiegs lief dann alles wie am Schnürchen, beim dritten Versuch hatte ich die Griffe perfekt, der Bewegungsablauf hat sich perfekt ins Hirn eingebrannt und alles lief wie automatisch. Beim Ansetzen des Schlüsselzugs wusste ich bereits, dass das mein Versuch war, die Griffe lagen perfekt in der Hand und ich fühlte mich noch stark. Die Routine ließ den Ausstieg dann einfach automatisch ablaufen – alle Gedanken werden verdrängt und es wird einfach das Programm abgespult.

Die Freude den Umlenker geklippt zu haben war einfach riesig, es wird einem bewusst für was man sich so ins zeug gelegt hat. Erst ein paar Tage später überlegt man sich was die nächsten Projekte sein könnten. Persönlich wurde mir klar, dass kann noch nicht alles gewesen sein, da geht noch mehr!“

 

 

 

Fotos: Jakob Schweighofer