Radpflege leicht gemacht: Sieben Tipps für Herbst und Winter!

Jeder Fahrrad-Liebhaber stellt sich jedes Jahr die selbe Frage: Einmotten oder durchfahren?

Egal ob man dem Fahrrad im Herbst und Winter eine Auszeit gönnt oder weiter in die Pedale tritt – ein kurzer Radcheck und etwas Pflege ist in diesen Tagen unbedingt von Nöten. Was dabei genau zu tun ist, verrät der pressedienst-fahrrad.

 

1. Bremsen checken

Die Bremsen eines Fahrrads sollten zu jeder Jahreszeit einwandfrei funktionieren. So sind Bremsbeläge und Felgen bei Verschleiß umgehend auszutauschen.

„Markierungen an den Bremsbelägen sowie Felgen geben hier Aufschluss über die bestehende Funktionstüchtigkeit“,

erklärt Peter Horsch vom Fahrradhersteller riese und müller (www.r-m.de). Am besten überlässt man solch sicherheitsrelevante Eingriffe dem Fachmann, der übrigens gern auch gleich den kompletten Herbst-/Wintercheck übernimmt. So bietet etwa der Verbund Service und Fahrrad e. V.(www.vsf.de) alljährlich einen speziellen Wintercheck zum moderaten Nachsaison-Preis an.

Bremsencheck

 

2. Bodenhaftung und Pannenschutz erhöhen

In der dunklen Jahreszeit erhöht sich tendenziell die Gefahr einer Reifenpanne.

„In der Dämmerung und Dunkelheit sieht man Scherben oder andere Reifenkiller oft nicht früh genug“,

gibt René Marks vom Reifenhersteller Schwalbe (www.schwalbe.de) zu bedenken. Schutz bieten hier pannensichere Reifen, wie der Marathon  Plus von Schwalbe (ab 36,90 Euro).

Ein Reifen leistet erst mit genügend Luftdruck optimale Dienste.

„Beste Laufeigenschaften haben Alltagsreifen in der Regel bei einem Luftdruck, der nah des auf der Reifenflanke angegebenen Maximalwerts liegt“,

erklärt Marks.

„Bei Straßenglätte kann jedoch ruhig etwas Luft abgelassen werden. Das erhöht die Auflagefläche und damit die Traktion des Reifens.“

Jedoch darf der ebenfalls auf der Reifenflanke angegebenen Minimalwert nie unterschritten werden.

Übrigens: Auch wenn das Rad einige Zeit nicht bewegt wird, ist auf den Reifendruck zu achten.

„Bei einem platten Reifen können Knickstellen zu Rissbildung führen“,

erklärt Marks und empfiehlt vor dem Einmotten die Reifen auf den angegebenen Maximaldruck zu bringen.

Kein Faktor beeinflusst Fahrverhalten so sehr wie der Reifendruck. Regelmäßig kontrolliert, sichert er das herrliche Flitzen. Tipp: Der empfohlene Druckbereich steht immer auf der Seite des Reifens.

 

3. Kette geschmeidig halten

Wie die menschliche Haut, verlangt auch das Velo in der nasskalten Jahreszeit nach etwas mehr Pflege. Wasser in all seinen Aggregatzuständen und Fahrbahnschmutz erhöhen den Verschleiß der Kette, der sich spätestens durch Quietschgeräusche und Rostbildung bemerkbar macht. Dass unter diesen „Mangelerscheinungen“ nicht nur das Nervengerüst des Fahrers leidet, sondern vor allem Antriebskraft verloren geht, weiß Enrico Ricci, Deutschland-Sprecher der Schmiermittelfirma Finish Line (www.finishlineusa.com). Er empfiehlt als Minimalbehandlung, die Kette immer mal wieder mit einem öligen Lappen sauber zu wischen.

Frisch geölt ist halb geradelt! Unterschiedlichen Ansprüchen tragen unterschiedliche Pflegemittel Rechnung.

 

4. Kette reinigen

Wird das Rad im Winter außer Dienst gestellt, kann dem Gliederstrang ruhig etwas mehr Pflege gegönnt werden. Eine gründliche Reinigung der Kette steht dann auf dem Programm.

„Spezielle Reinigungsgeräte machen nicht nur die Kette sauber, sondern den gesamten Putzvorgang zur sauberen Sache“,

weiß Pflegeexperte Ricci, der mit der Firma Finish Line übrigens die Erfinder dieser Apparatur im Programm hat.

„Einfach den ,Chain Cleaner‘ mit etwas Entfetter-Flüssigkeit befüllen, auf die Kette aufstecken und die Kette durchlaufen lassen“,

erklärt Ricci. Wird der Gliederstrang im Anschluss noch wie gewohnt geschmiert, sind Leichtlauf und erhöhte Lebensdauer des Antriebs garantiert.

Kettenwaschanlage im Einsatz.

 

5. Verbindungen fetten

Dort, wo blanke Metalle direkten Kontakt haben, kann eindringende Feuchtigkeit zu Kontaktkorrosion führen – mit der Folge, dass man etwa die Sattelstütze nicht mehr aus dem Rahmen bekommt.

„Bauteile wie Sattelstütze, Schnellspanner und Pedalgewinde daher immer mit etwas Fett oder Montagepaste versehen“,

erklärt Peter Horsch.

Bewegliche Teile wie die Schaltung können ab und zu etwas Sprühöl vertragen. Ein Kontakt der Schmiermittel mit Bremsbelägen, Felgen und Bremsscheiben sollte jedoch tunlichst vermieden werden.

Oft benutzt und schnell vernachlässigt: Ein kurzer Spritzer Universalschmiermittel und die Mechanik des Bremshebels – und er ist wieder wie neu!

 

6. Sicht- und Sichtbarkeit sicherstellen

Die Lichtanlage ist im Winter quasi im Dauereinsatz; Berufspendler fahren morgens und abends mit Licht. Errungenschaften wie Nabendynamo, Doppelverkabelung und LED-Lampen machen aus der vormals schwachen und defektanfälligen Fahrradbeleuchtung eine leistungsstarke Sorglos-Lichtanlage.

„Funktionsadaptionen aus dem Automobilbau wie Tagfahr-, Brems-, Auf- und Abblendlicht emanzipieren Radfahrer heute zu gleichwertigen Verkehrsteilnehmern“,

erläutert Sebastian Göttling vom Beleuchtungshersteller Busch & Müller (www.bumm.de).

Das Nachrüsten geht schnell. Viele Radhändler bieten preiswerte Updates zu modernen Sorglos-Lichtanlagen an. Ein genereller Funktionscheck ist mitunter sogar kostenlos, etwa bei teilnehmenden Fachgeschäften der Aktion Licht:Check (www.fahrrad-lichtcheck.de).

Ein regelmäßiger Lichtcheck ist nötig. Ist der Scheinwerfer fest verschraubt? Trifft der hellste Teil des Lichtkegels ca. zehn Meter vor dem Rad auf den Boden? Gerade moderne LED-Beleuchtung kann den Gegenverkehr leicht blenden, wenn sie falsch eingestellt

 

7. Funktionen schützen

Deutlich sorgenfreier ist man im Herbst unterwegs, wenn das Fahrrad nicht permanent dem Wetter ausgesetzt ist. Wer nicht über eine Garage oder einen großen Keller verfügt, der hat mit der ADFC-zertifizierten Fahrradgarage „Bike Box 1“ des Stadtmöbelspezialisten wsm (999 Euro, www.wsm.eu) die Möglichkeit, seinem Rad oder E-Bike ein sicheres Dach zu bieten. Für Kinderanhänger bietet etwa der Anhängerspezialist Croozer (www.croozer.de) eine Faltgarage zum Überziehen (39,95 Euro). So kann man den Anhänger auch mal vor der Haustür abstellen.

Bikebox

 

Wer diese sieben Tipps beherzigt, kann sorgenfrei und sicher die Herbst- und Wintertage im Sattel verbringen.

 

Fotos: www.pd-f.de / Kay Tkatzik | www.wsm.eu | pd-f | www.pd-f.de / Holger Heinemann