Die Firma Boo Bicycles setzt neues Material bei der Profi-Fahrradherstellung ein

Boo Bicycles, die Edel-Fahrrad-Manufaktur aus den USA, legt die Masslatte erneut ein Stück höher. Das 2-rädrige Gegenstück zu Bentley, Aston Martin oder Porsche setzt neue Massstäbe im obersten Segment der Branche. Neuste Messungen der ETH-Zürich lassen aufhorchen und zeigen verblüffende Ergebnisse.

Boo Bicycles, ein junges Unternehmen aus den USA, hat sich auf die Fertigung von high end Fahrrad-Rahmen für den Profi-Radrennsport, sowie maßgefertigte Rahmen für anspruchsvollste Kunden mit dem Wunsch nach Exklusivität spezialisiert. Generell stellt dies nichts besonderes dar, währen die Rahmen nicht aus einem ungewöhnlichen und in unseren Breiten nicht alltäglichem Material, Bambus! Das zur Gattung der Süßgräser gehörende Material, bei uns eher als Rankgerüst für Pflanzen, als rasselnder Vorhang oder als Baumaterial für Gerüste in Asien bekannt, wird vielfach unterschätzt, wie aktuellen Messungen der ETH-Zürich jetzt eindrucksvoll belegen.

Sehr leicht und gleichzeitig stabiler als Stahl, schlagfest, bruchfest, torsionssteif, dämpfend, … die bemerkenswerten Eigenschaften der speziellen Bambusart (Dendrocalamus Strictus) lesen sich wie die Wunschliste der Entwickler und Ingenieure. Selbst extreme Belastungsspitzen, weit jenseits der „normalen“ Beanspruchung eines Rades liegen, setzen dem Material nicht zu, oder bringen diese auch nur annähernd an ihre Grenzen. Dies wird von den Erbauern der Rahmen nicht nur behauptet sondern durch eine lebenslange Garantie auf jeden Rahmen eindrucksvoll manifestiert. Dem „grünen“ und nachhaltigen Aspekt des Naturmaterials wird bei Boo, entgegen erster Vermutung, nur beiläufig Beachtung geschenkt, der ausschlaggebende Grund für das Material liegt alleinig in den perfekten, materialtechnischen Eigenschaften des Bambus.

Zu den enormen Festigkeitswerten des Materials gesellt sich eine weitere Besonderheit, die aktuell in Untersuchungen und Messungen im Zentrum für Strukturtechnologien bei der ETH-Zürich erforscht und ermittelt wurden und erstaunliches an den Tag bringen. Bambus dämpft und absorbiert Schwingungen und Vibrationen wie kein weiteres Material im Rahmenbau und bietet eine, selbst für den Amateur und Hobbyfahrer deutlich spürbare, ungewöhnlich sanfte und geschmeidige Fahrt. Dieser “Luxus“ war bis dato Fahrern von Tourenrädern oder gemütlichen City-Bikes vorbehalten, im Profi Radrennsport und bei den Herstellern entsprechender Rahmen wird diesem Aspekt zwar Aufmerksamkeit geschenkt, das vermeintliche “Ende der Fahnenstange“ schien jedoch auf materialtechnischer – und konstruktiver Seite erreicht.

Zu Unrecht, wie die Messungen der ETH unter Leitung von Prof. Ermanni und Dr. Heinrich erbracht haben. Exakt in diesem Bereich schlummert ein möglicherweise zusätzliches und nicht zu unterschätzendes Potential für den Profi-Radrennsport.

“Ohne Schmerzen und Verspannungen, hervorgerufen durch Vibrationen und Schwingungen, lässt sich die Leistungskurve des Sportlers deutlich länger auf höchstem Niveau halten“.

Die Dämpfungseigenschaften von Bambus stellen sich zur Überraschung vieler als deutlich besser dar, als zuvor vermutet. So ergeben die Messungen der ETH eine um den Faktor 4 bessere Dämpfung der (störenden und schmerzhaften) Vibrationen als z.B. bei Karbon, der Unterschied zu Aluminium fällt noch deutlicher aus. Für den Profi gegebenenfalls lohnenswert und erfolgversprechend, über diesen Weg zusätzliche Quellen zu nutzen, Reserven zu mobilisieren und möglichst lange zu erhalten, stellt sich diese besondere Eigenschaft für den Genussfahrer und ambitionierten Amateur als überaus angenehm und komfortabel dar. Fahrkomfort der Extraklasse auf einer high end Rennmaschine, bis dato die berühmte Quadratur des Kreises.

Zu den vielen kleinen Rädchen und Schräubchen, an denen ein Top-Sportler drehen muss, um technisch und körperlich das Maximum zu erreichen und in der Weltspitze erfolgreich zu sein, gesellt sich ein weiteres, unscheinbares aber überaus wirkungsvolles Rädchen, an dem es sich lohnen könnte zu schrauben. Auch hier zeigt die Natur der Forschung wieder einmal seine Grenzen auf, bietet jedoch gleichzeitig interessante Anknüpfungspunkte diese zu kopieren bzw. zu nutzen.

Weitere Informationen unter info@cbe-sports.com www.cbe-sports.com und www.boobicycles.com

Foto: CBE-Sports